Geburtshaus MAJA am Arnimplatz erhalten!

Das Geburtshaus MAJA ist seit 28 Jahren in Pankow ein sicherer Hafen für Gebärende. Diesem Ort droht Verdrängung aus dem Arnimkiez, da das Gebäude an einen neuen Investor verkauft wurde. Die neuen Vertragsbedingungen zur weiteren Miete der bisherigen Räumlichkeiten, sind für das MAJA Geburtshaus als nichtprofitorientiertes Unternehmen nicht erfüllbar.

Wir, die AsF Pankow, zeigen uns solidarisch mit dem Geburtshaus MAJA. Sichere Geburtsorte für Gebärende, die Arbeit von Hebammen und das bunte Zusammenleben im Kiez müssen Vorrang vor Profitmaximierung haben!

  • Wir rufen daher alle Interessierte dazu auf, am Donnerstag, 03.09. 2020 zur Protestaktion ab 18 Uhr in die Paul-Robeson-Straße 38, 10439 Berlin zu kommen.[1]
  • Wir unterstützen darüber hinaus den Aufruf des Geburtshauses MAJA an den neuen Eigentümer, Aramid Immobilien, finanzierbare Mietvertragsbedingungen anzubieten und eine dauerhafte Erhaltung des Geburtshauses MAJA zu ermöglichen.[2]
  • Wir fordern das Pankower Bezirksamt für Stadtentwicklung und Bürgerdienste auf, sicherzustellen, dass die Prüfung einer möglichen Ausübung des Vorkaufsrechts in Zukunft nicht mehr an personellen Engpässen scheitern darf und auch nach alternativen Lösungsmöglichkeiten innerhalb des Rechtsrahmens zu suchen. Durch das Vorkaufsrecht hätte das Fortbestehen des Geburtshauses MAJA eventuell gesichert werden können.[3]
  • Wir appellieren an alle Parlamentarier*innen der SPD, sich konsequent weiter für die Stärkung von sicheren Geburtsorten und die Arbeit von Hebammen als elementaren Bestandteil der Gesundheitsgrundversorgung einzusetzen.

Weitere Informationen über das Geburtshaus MAJA findet ihr auf deren Webseite.

 

[1] Den Aufruf findet ihr auch in der Geburtshaus MAJA Pressemitteilung vom 20. August 2020, in der ihr weitere Details nachlesen könnt.  

[2] Siehe auch Geburtshaus MAJA Pressemitteilung vom 20. August 2020

[3] Mehr Hintergrundinformationen im online Eintrag des Mieterforum Pankow vom 15. Juni 2020

Resolution: Frauen in der Corona-Krise – Geschlechtergerechtigkeit muss auch in Krisenzeiten selbstverständlich sein!

Resolution der AsF Pankow

"Frauen in der Corona-Krise – Geschlechtergerechtigkeit muss auch in Krisenzeiten selbstverständlich sein!"

Die KDV möge beschließen:

Die Corona-Pandemie beeinträchtigt das Leben aller Menschen. Viele leiden unter gesundheitlichen, wirtschaftlichen oder privaten Einschränkungen. Dennoch sind nicht alle gleich stark betroffen. Die Pandemie belastet vor allen viele Frauen überproportional stark.  Die Soziologin Jutta Allmendinger spricht angesichts der Corona-Krise von einem „Rückfall auf eine Rollenteilung wie zu Zeiten unserer Großeltern“ und einer „entsetzlichen Retraditionalisierung“.[1]

Soweit darf es nicht kommen! Deswegen fordern wir, dass bei allen politischen Entscheidungen zur Bewältigung der Krise der Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit berücksichtigt wird. Außerdem muss die strukturelle Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern konsequenter als bisher bekämpft werden. Nur so kann erreicht werden, dass es in Krisensituationen keine gravierenden Rückschritte gibt.

 
Sorgearbeit: Solidarisch nicht alleine!

Die Krise zeigt uns, wie wertvoll Sorgearbeit (engl. Care Work) für unsere sozialdemokratische Gesellschaft ist! Anlässlich des 1. Mai 2020 haben wir uns als ASF Pankow online mit dem Thema Sorgearbeit beschäftigt. Hier ein paar Punkte, die wir thematisiert haben:

  • Haushalt, Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen - immer noch leisten Frauen den Löwenanteil der privaten Sorgearbeit. Unbezahlt und häufig zusätzlich zum Job. Gleichstellung heißt deshalb auch: Gender-Care-Gap schließen!
    • Was der Gender-Care-Gap ist und warum ein großer Gap ein schlechtes Zeichen für die Gleichstellung ist, erfahrt ihr u.a. auf der Webseite des BMFSFJ
  • Konkrete politische Veränderungen für Sorgearbeiter:innen werden wir nur mit annähender Parität an den Stellen erreichen, wo Entscheidungen gefällt werden. Gremien, die z.B. die Leopoldina-Studie angefertigt haben, in denen keine oder kaum Frauen sitzen, verbessern die Situation nicht.
  • Sorgearbeit und die Rolle, die sie im Leben von Frauen* einnimmt, ist kein neues Thema der Frauenbewegung. Die Doppelbelastung durch Erwerbs- und Sorgearbeit wurde schon vor Jahrzehnten diskutiert, z. B. beim Ost-West-Frauenkongress '90, der heute vor 30 J. in Berlin begann.

Um Gleichstellung im Bereich Sorgearbeit zu erreichen, liegt noch viel politische Arbeit vor uns. Wir als SPD haben dazu erste Änderungen in die Wege geleitet:

  • Seit 1. Januar 2019 gibt es einen Anspruch auf Brückenteilzeit.
    • Das Gesetz für Brückenteilzeit ermöglicht zeitlich befristete Teilzeitarbeit mit einem Rückkehrrecht in die vorherige Arbeitszeit. Besonders für Frauen* ist das ein wichtiges Hilfsmittel. Mehr Infos unter https://www.spd.de/aktuelles/brueckenteilzeit/
  • Wir als SPD Berlin arbeiten dran, Sorgearbeit besser zu ermöglichen & entlohnen. Dank Dilek Kalayci, unserer Gesundheitssenatorin, hat der Berliner Senat im Februar eine Bundesratsinitiative für ein Familienpflegegeld beschlossen. Die Idee ist ähnlich dem Elterngeld. 
    • Wir wollen pflegende Menschen unterstützen. Denn wir wissen: "Viele haben Schwierigkeiten, Pflege und Beruf zu vereinbaren, und müssen mit finanziellen Einbußen leben, weil sie ihre Arbeit für die Pflege einschränken oder ganz aufgeben" erkläte Dilek hier in diesem Zeit-Artikel (bezahlfrei).

Alle Infos & die gesamte Themenwoche findet ihr hier auf Twitter  https://twitter.com/asf_pankow/status/1253707287430127618?s=20

Folgt uns gerne unter @asf_pankow!

 

#savethem - Rettet die Menschen auf den griechischen Inseln

Frauen*, Kinder, Männer, Alte, Junge – alle MENSCHEN, die in den Geflüchtetenlagern auf den griechischen Inseln schon viel zu lange unter unzumutbaren Bedingungen leben, die ein Schandmal für die gesamte Europäische Union (EU) sind, müssen nun dringlich und schleunigst evakuiert werden. Das Coronavirus breitet sich überall aus und in den Geflüchtetenlagern sind weder angemessene Hygiene noch medizinische Versorgung möglich. Es droht eine humanitäre Katastrophe in der EU, die wir verhindern müssen.  

Wir SPD Frauen* aus Pankow unterstützen daher nachdrücklich und vollumfänglich den Appell „Menschenleben retten - Evakuierung von Geflüchteten von den griechischen Inseln“ unserer Genoss*innen der Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt Pankow vom 27. März 2020. Wir müssen geflüchtete Menschen nach Deutschland holen und versorgen. Alle Parlamentarier*innen der SPD müssen jetzt handeln und sich mit aller Kraft dafür einsetzen, damit diese absolut katastrophale Situation auf den griechischen Inseln gelöst wird.  

Vor über drei Wochen, am 8. März 2020, haben die Vertreter*innen von CDU/CSU und SPD schriftlich ihre gemeinsame Zusage für die Unterstützung Griechenlands als ersten Beschlusspunkt des Koalitionsausschusses festgehalten. An zweiter Stelle standen die Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft angesichts der Coronavirus Pandemie. Letzteres ist richtigerweise schnell und beherzt von uns umgesetzt worden.

Wir fordern nun dieselbe unverzügliche und tatkräftige Umsetzung des ersten Beschlusses zur Rettung von Menschenleben. Eine koordinierte Migrationspolitik auf EU Ebene ist und bleibt notwendig, worauf wir seit vielen Jahren warten. Angesichts der COVID-19 Pandemie ist Warten keine Option mehr. Wir schulden es unseren europäischen Werten und sind dank unserem Grundgesetz, Artikel 1, Absatz 1, verpflichtet, die Würde des Menschen zu achten und zu schützen. Handelt und rettet Menschenleben! 

„Wir brauchen die SPD als starke Stimme für Menschlichkeit. Nicht nur in besseren Zeiten, sondern auch und vor allem in schlechten Zeiten wie jetzt.“

Die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen Pankow

Achtung - denn wir wissen nicht, was sie tun! Gefahr für Frauen durch häusliche Gewalt in der Corona Krise

Viele Frauen und Kinder sind bei Kontaktverbot und Ausgangssperre betroffen:

Der fehlende Schutzraum betrifft viele Frauen in sozial instabilen Beziehungen. Mütter, Ehefrauen, Freundinnen, Seniorinnen. Niemand weiß, wie die Ehemänner, Partner und Freunde mit der ungekannten Situation hinter verschlossenen Türen, mit neuen Spannungen umgehen, wenn zum Beispiel das Einkommen in Gefahr ist oder die Kinder Zuhause betreut werden müssen. Daher werden die Stimmen immer lauter, die auf die Gefahr für die Frauen durch die verhängte Kontaktsperre hinweisen.

Hilfesuchende können in Konfliktsituationen sich nicht schnell mit mit einer Freundin treffen, um der Situation zu entfliehen oder bei Freunden oder der Verwandschaft Unterschlupf suchen. Es fehlt auch der sichere Raum, um sich ungestört Hilfe suchen zu können. Und zu guter Letzt, sind saatliche Anlaufstellen bzw. Hilfsangebote sozialer Träger zur Zeit eingeschränkt erreichbar.

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